Gegenargumente

Aktualisiert: Okt 29

In diesem Blogeintrag geht es darum wie du dich am besten auf die bekanntesten Einwände und Gegenargumente vorbereitest.


Die wichtigsten Tools für eine allumfassende Vorbereitung auf Deine Gehaltsverhandlung kennst Du bereits.


Was sind Deine Aufgaben im Unternehmen?

Hast Du Mitarbeiterverantwortung?

Zu welchen erfolgreichen Projektabschlüssen hast Du beigetragen?

Was hast Du geleistet und was leistest Du aktuell?


Hierzu kannst du dir die Podcastfolge #001 Deine Gehaltsverhandlung noch einmal anhören.


Du hast die Tools verinnerlicht, Du bist gewappnet und im besten Fall freust du dich auf Dein Gehaltsgespräch. Bevor es nun endlich los geht, möchte ich noch ein wichtiges Thema aufgreifen.

Das Thema „Einwände“.

Gehaltsverhandlung und Einwände vom deinem Gegenüber sind eng miteinander verbunden und letztlich die logische Konsequenz. Denn auch Dein:Deine Verhandlungspartner:in möchte, wie wir bereits wissen, seinen:ihren Job möglichst gut machen. Dennoch bergen Einwände die Gefahr, zu einem Stolperstein in der Gehaltsverhandlung zu werden.

So zumindest die Theorie. In der Praxis sind Einwände gar nicht so schlimm. Sie sind kalkulierbar. In den meisten Verhandlungen tauchen immer wieder die gleichen Einwände auf. Argumentativ kannst Du Dich auf diese also gut vorbereiten.

Die Schlüssel, um die Einwände auszuhebeln, sind Dir ebenfalls vertraut: Pausen aushalten und Fragen stellen!

Und das sind sie, die gängigsten Einwände gegen eine Gehaltserhöhung.

Einwand 1: Es gibt kein Budget

Führt Dein Gegenüber das Argument „Es gibt kein Budget“ in Hinsicht auf Deine geforderte Summe an, warte erst einmal ab. Sag nichts, halte die Pause aus und lass die Situation auf Dich wirken. In den meisten Fällen wird dein Gegenüber irritiert reagieren und versuchen sich weiter erklären. Hier ergeben sich zumeist Anknüpfungspunkte für Dich. Auf das fehlende Budget könntest Du folgendermaßen reagieren:

„Verstehe ich das richtig, das fehlende Budget bezieht sich auch auf meine Summe?“


„Dass das Budget gering ist, habe ich bei meinen Recherchen bereits in Erfahrung gebracht und dies in meiner geforderten Summe einkalkuliert.“

Und dann heißt es wieder, abwarten und die Gesprächspause aushalten. Warte ab, wie und ob Dein Gegenüber reagiert. Anschließend kannst Du Deinem Gegenüber mit Lösungsansätzen für das Budgetproblem „entgegen“ kommen.


Frage zunächst nach und unterbreite Deinem Gegenüber anschließend einen Lösungsansatz:

„Wann ist mit mehr Budget zu rechnen?“

„Was kann ich machen, damit das Budget da ist?“

„Mit wem kann ich ansonsten sprechen, wenn es um das Thema Budget geht?“

Biete offiziell an, weitere Aufgaben - die Du sowieso schon zusätzlich zu Deinen normalen Aufgaben machst - zu übernehmen und/oder schlage ganz konkret eine Lösung vor, in welchen Bereichen Einsparungen gemacht werden könnten. Ob das in Deiner Position möglich ist, hängt davon ab, ob und inwiefern Du Einblick in die Budgetverantwortung des Unternehmens hast.

Einwand 2: Gehaltserhöhung ist unfair den Kolleg:innen gegenüber

Das Appellieren an die eigene Fairness ist ein beliebtes Argument von Vorgesetzt:innen. Bei den meisten Angestellt:innen geht direkt das Kopfkino los: ungerne möchte man seinen Kolleg:innen etwas wegnehmen, man möchte niemanden benachteiligen oder jemanden den Weg für eine Gehaltserhöhung versperren.

Letztlich musst Du Dir deutlich von Augen führen, dass die individuelle Gehaltserhöhung keine direkte Auswirkung auf das Gehalt der anderen hat. Gehaltsunterschiede bei vergleichbaren Positionen haben ihren Ursprung einzig und allein darin, wie und was jeder Einzelne und jede Einzelne für sich selbst verhandelt.

Bei Deiner Gehaltsverhandlung geht es um Dich, stehe für Dich ein und verhandele Deine Wunschsumme. Darüber hinaus mache Dir bewusst, dass Du nicht für die Gehaltsfairness in Deinem Unternehmen verantwortlich bist.

Lass Dich von dem Unfair-Argument also nicht verunsichern. Im besten Fall bringst Du diesen Einwand durch ein „Von mir muss niemand von der Gehaltserhöhung erfahren. Ich kann Stillschweigen bewahren. Und letztlich geht es in dieser Verhandlung um mich und mein Gehalt. “ zu einem schnellen Ende.

Einwand 3: Gehaltserhöhung ist zu viel

„Die geforderte Summe ist zu hoch“ oder „Gehaltstechnisch hast Du in Deiner Position schon die Obergrenze erreicht“ - diese Aussagen klingen nicht vielversprechend. Allzu schnell kommt das Gefühl auf, in einer Sackgasse gelandet zu sein. Aber es gibt einen Ausweg!

Pausen aushalten, Zuhören und Nachfragen. Gebe Dich nicht mit der ersten Antwort zufrieden, sondern hake nach.

„Wie muss ich das verstehen, dass meine Summe zu hoch für meine Position ist? Wenn ich es richtig verstehe, ist meine Summer angemessen für meine erbrachte Leistung.“

„Obergrenze erreicht - bedeutet das, dass grundsätzliche keine Gehaltsanpassungen im Unternehmen gemacht werden? Was müsste passieren, damit das Gehalt angepasst wird?“

Wichtig: Nachfragen und sich nicht direkt mit der ersten Antwort zufrieden geben hat nichts mit unverschämt sein zu tun. Vielmehr stehst Du für Dich und Deine Leistungen ein und nutzt die Chance, etwas an Deiner Gehaltssituation zu verändern.

Egal welcher Einwand bei Deiner Gehaltsverhandlung angeführt wird, Deine Reaktion sollte stets die gleiche sein: bleibe gelassen und entspannt, höre zu, halte Pausen ein, stelle Fragen und rechtfertige und entschuldige Dich nicht. Für mehr Sicherheit, Klarheit und Schlagfertigkeit sorgt eine gründliche Vorbereitung. Versuche kreativ um die Ecke zu denken, um Deinem Gegenüber mit Argumenten und Lösungsvorschlägen souverän zu begegnen.

Jetzt kennst Du alle wichtigen Tools und Strategien in Sachen Gehaltsverhandlung. Die Schlüssel zum Erfolg hast Du verinnerlicht, sodass ich Dich guten Gewissens in Deine erste „richtige“ Gehaltsverhandlung entlassen kann. Für noch mehr Input, Tipps und Tricks trete gerne auch meiner Facebook-Gruppe „Gehaltsverhandlung für Frauen“ bei. Ich freue mich Dich da zu treffen.


Du hörst lieber Podcast? Dann höre jetzt hier die Folge zum Text.





Hast Du Fragen?


Dann schreib mir gerne eine Email an mail@asita-rademacher.de




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