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Dein Vorstellungsgespräch

Wie du mehr Geld in einem bereits bestehenden Arbeitsverhältnis verhandelst, ist die eine Sache. Wie aber verhandelst du dein Gehalt für einen neuen Job, in einem dir unbekannten Unternehmen? Wie platzierst du in einem Vorstellungsgespräch souverän deine Summe?

Bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch konzentrieren wir uns häufig auf die Präsentation unserer Person und unserer bisherigen Leistungen. Schon im Vorfeld sind wir bestens gewappnet für Fragen wie:

„Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“

„Warum sind Sie die richtige Person für die Position?“

„Was sind die wichtigsten Stationen Ihrer bisherigen Berufslaufbahn?“


Geld ist kein Tabu Thema


Das Thema Gehalt vernachlässigen wir bei der Vorbereitung leider allzu häufig. Zum einen, weil das Thema Geld immer noch ein unangenehmes Thema ist und zum anderen, weil wir nicht zu unverschämt und fordernd erscheinen möchten. Oder weil wir schlichtweg nicht wissen, was wir fordern können. Daher verlassen wir uns allzu gerne gänzlich auf unser Gegenüber und gehen davon aus, dass er:sie uns ein für die Position angemessenen Gehaltsvorschlag unterbreiten wird.

Hier liegt ganz klar ein Irrtum vor, denn die Verhandlung des eigenen Gehalts gehört genauso zu einem Vorstellungsgespräch wie die Präsentation der eigenen Person und des eigenen Könnens.

Um weitere Irrtümer bzw. Stolpersteine zu vermeiden:

Drei Typische No-Gos in Vorstellungsgesprächen bzw. wie Du die Situationen für Dich erfolgreich löst.


1. No Go: Dein Gegenüber macht dir als erstes ein Gehaltsangebot

Das Thema Gehalt kommt meist erst am Ende deines Vorstellungsgesprächs. Je nachdem wieviele Gespräche du führen musst, bzw. mit wie vielen unterschiedlich Zuständigen, kann das Gehalt auch erst beim 2. oder 3. Gespräch Thema sein. Hier kannst du abwarten bis dein Gegenüber den Bereich Gehalt anspricht. Bei unserem No Go geht es lediglich um die Zahl die genannt wird. Hier solltest du die erste Person sein, die sie nennt.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig und hilfreich zu wissen, dass die meisten Verhandlungspartner:innen, sprich die Personaler:innen, Firmenchef:innen oder Abteilungsleiter:innen, von den Bewerber:innen sogar erwarten, dass sie ihre Gehaltsforderung als erstes setzen. Hiermit zeigst du ebenfalls dass du gut und sicher vorbereitet bist und weißt, was deine Leistung wert ist.

Um ein realistisches Gehalt fordern zu können, bedarf es einer Vorbereitung. Noch bevor du dich für eine Position bewirbst, gehe in die Recherche, nutze deine persönlichen Kontakte und setze dich eingehend mit dem Unternehmen auseinander. So erhältst du im besten Fall einen aussagekräftigen Einblick in das Gehaltsniveau und die Gehaltsstruktur des Unternehmens. Empfehlenswert, um einen ersten Eindruck zu erhalten, was du gehaltstechnisch fordern kannst, ist die Website https://www.glassdoor.de/index.htm. Hier wird dir ausgehend von Jobposition und Ort die Gehaltsrange für vergleichbare Positionen angezeigt. Nähere Informationen, welchen Ruf das Unternehmen als Arbeitgeber hat und welche Erfahrungen Arbeitnehmer:innen in dem Unternehmen gesammelt haben, findest du beispielsweise auf der Website https://www.kununu.com/.


2. No Go: Ehemaliges Gehalt nennen

Gerne erkundigen sich Verhandlungspartner nach dem ehemaligen Gehalt aus dem Vorgängerunternehmen. Beantwortest du diese Frage und nennst dein bisheriges Gehalt, so setzt du automatisch deinen Anker an einer Stelle, an der du nicht länger verweilen möchtest. Eine falsche Summe nennen ist ebenfalls nicht ratsam. Du kannst auf eine charmante Art und Weise mit einem Lächeln antworten:

„Über Vergangenes brauchen wir aus meiner Sicht nicht zu sprechen, vielmehr interessiert mich das Hier und Jetzt. Gerne nenne ich Ihnen das Gehalt, welches ich für die Position in Ihrem Unternehmen als angemessen betrachte. Summe X.“

„Soweit ich das bis hierhin sehe, ist meine ehemalige Position mit der in ihrem Unternehmen schwer zu vergleichen, da es sich um andere Aufgaben handelt. Für die Aufgabenbereiche, die wir gerade besprochen haben, halte ich ein Gehalt in Höhe von Summe X als angemessen.“

Sobald du dein Wunschgehalt platziert hast, ist das ehemalige Gehalt kein Thema mehr. Darüber hinaus sagt deine Reaktion auf diese doch eher knifflige Frage viel über dich als Person und Arbeitnehmer:in aus. Wer selbstbewusst, humorvoll, gelassen, taff oder charmant frech in solch einer Situation reagiert, der stärkt letztlich seine eigene Position. Denn wer wünscht sich nicht eine:n Angestellte:n im Unternehmen, der:die weiß, was er:sie will und für sich und seine:ihre Meinung einsteht?


3. No Go: Dich verstellen / eine Fake-Rolle einnehmen

Das Einholen zu vieler Meinungen von Dritten, birgt die Gefahr, dass du deinen eigenen Weg aus den Augen verlierst. Ohne es zu wollen, kann es passieren, dass du in eine Rolle schlüpfst. Angefangen beim Styling, über eine neu antrainierte Mimik oder Gestik bis hin zu der Art und Weise, dich zu artikulieren. Ohne es zu merken, nimmst du eine Rolle ein und gibst dich dabei für eine Person aus, die du gar nicht bist.

Bleib dir treu


Ganz wichtig: bleib du selbst und dir treu und erfinde dich nicht neu. Du darfst und sollst professionell auftreten, doch spiele keine Rolle mit der du dich nicht identifizieren kannst. Das fängt bei deiner Kleiderwahl an und endet bei deiner Wortwahl. Bei deiner Gehaltsforderung darfst du dich mit deiner Forderung ebenfalls wohl fühlen. Die Summer die du nennst darf ausserhalb deiner Komfortzone sein, denn Bescheidenheit ist hier nicht gefragt. Doch fühlst du dich zu 100% unwohl bei einer Summe, die dir zB. Freunde oder Bekannte ans Herz legen, dann bleib dir auch hier treu. Sei mutig und authentisch. Du musst dich nicht verbiegen und vertraute darauf, dass du gut genug bist, so wie du bist.


Du hörst lieber Podcast? Dann höre jetzt hier die Folge zum Thema "Drei No Go's in deinem Vorstellungsgespräch".





Hast Du Fragen?


Dann schreib mir gerne eine Email an mail@asita-rademacher.de



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